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Internationale und Österreichische Themen in der Kategorie “Neuigkeiten”

Copyright Directive: Jahrhunderterfolg für Musikschaffende in der digitalen Welt

Letzte Hürde für EU-Urheberrechtsreform am 15. April 2019: Abstimmung im EU-Rat erfolgreich. Der VTMÖ begrüßt faire Beteiligung für Kreative in der digitalen Welt durch die EU-Urheberrechtsreform.

„Die faire Beteiligung der Kreativen an den Gewinnen der Internet-Giganten ist jetzt europaweites Recht – das ist ein Meilenstein auch für Österreichs Indies! Mit diesem Rechtstitel ist nicht mehr möglich, dass Plattformen einen Lizenzvertrag mit Urhebern einfach negieren“, betont Alexander Hirschenhauser, Sprecher des VTMÖ-Leitungsteams.

Internetplattformen sollen Lizenzgebühren an die Kreativen abführen

Ziel der EU-Urheberrechtsreform ist die Vergütungen für Musikschaffende für die Nutzung ihrer Werke auch im Internet. Was im analogen Leben funktioniert, scheiterte bisher an Internet-Plattformen: hier wird nun die Position der Urheber gegenüber den Internet-Konzernen gestärkt und auf eine faire Basis gestellt. Bereits am 26.3.2019 hatte sich eine Mehrheit von348 zu 274 EU-Abgeordneten für die EU-Urheberrechtsreform als Gesamtpaket ausgesprochen.

Internetplattformen haften künftig dafür, wenn unerlaubt urheberrechtlich geschütztes Material hochgeladen wird. Bisher wurden bei Urheberrechtsverletzungen die einzelnen User verantwortlich gemacht. Ab sofort sollen Internetplattformen sich um Lizenzen für geschützte Inhalte bemühen und auch Lizenzgebühren an die Kreativen abführen.

Diese Abstimmung des EU-Rats am 15. April für die EU-Urheberrechtsreform ist ein Meilenstein zur Durchsetzung der Rechte der Urheber. Innerhalb von zwei Jahren sollen die neuen Regeln in nationales Recht umgewandelt werden. Für Österreich hat Medienminister Gernot Blümel bereits eine rasche Umsetzung angekündigt.

Europaweite Proteste

Dagegen standen massenhafte Proteste in ganz Europa, die das „freie“ Internet in Gefahr sehen. Dabei wird nicht diskutiert, dass google, Facebook und Co bereits jetzt auch mit Filtern bestimmen, wer was und wie lange sehen darf. Diese US-Internet-Konzerne haben auch einen guten Teil der Protestkampagne in Europa finanziert.

Die Kritik gegen Artikel 17 (ehemals 13) und den Einsatz von Upload-Filtern kommt den Urhebern nicht zugute: Damit wird einer Haftung der Plattformen auf urheberrechtlich geschützte Werke bereits im Vorfeld der Riegel vorgeschoben.

Für die Indies betont Alexander Hirschenhauser, dass es keinesfalls um eine Einschränkung des Internet gehe. Ziel seien vielmehr bestimmte Plattformen, die den Urhebern die gerechte Vergütung für ihre Leistungen verwehren, obwohl sie Milliarden auch mit diesen rechtlich geschützten Inhalten umsetzen. Auch die Rechtssicherheit für die privaten User ist ein zentraler Aspekt dieser EU-Urheberrechtsreform.

VTMÖ mahnt nutzungsbezogene Abrechnung an

Für den VTMÖ ist klar, dass die Verteilung der digitalen Vergütungen nutzungsbezogen erfolgen muss. Zudem wäre theoretisch auch eine Ausschüttung über Pauschalverträge mit Verwertungsgesellschaften denkbar.

Alexander Hirschenhauser: „In diesem Fall wird sich der VTMÖ vehement dafür einsetzen, dass eine Verteilung nutzungsbezogen an unsere Mitglieder erfolgt. Ein Verschwinden von Geld aus digitalen Vergütungen in den Black Boxen der Verwertungsgesellschaften wird der VTMÖ nicht zulassen.“

Intensiv-Seminar: Digitales Musikmarketing

Allen ist klar, dass Musik in rasch zunehmendem Ausmaß mittels Streaming konsumiert wird. Alle wissen, dass die Erträge aus der Vermarktung von Musikproduktionen zu immer größeren Teilen über Streaming-Plattformen generiert werden. Doch wie sehen erfolgreiche Marketingkonzepte mit Fokus auf die Streaming Economy aus?

Dies war das Thema eines ausgebuchten Intensiv-Seminars am 21.2.2018 im Gewerbehaus am Wiener Heumarkt, das vom VTMÖ (Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und MusikproduzentInnen Österreich) und den Verbänden der Film- und Musikwirtschaft (FAMA) für ihre jeweiligen Mitglieder veranstaltet wurde. Vermittelt wurden Einblicke in die Analyse der Userdaten von Spotify und YouTube, aber auch Beispiele für Best Practice Kampagnen auf digitalen Medien und sozialen Netzwerken. Besonderes Interesse zeigten die knapp 100 Teilnehmenden aus der Musik- und Filmbranche an den vorgestellten brandneuen Marketing-Tools wie etwa Messenger-Bots.

Tom Packer, Digital Marketing Experte von Motive Unknown (London)

Der Vortragende Tom Packer aus London ist Experte im Bereich Digital Marketing und Direktor der Digital Strategy Agentur „Motive Unknown“ und in dieser Funktion verantwortlich für erfolgreiche Kampagnen von Kunden wie Moby, Run The Jewels, Fabric Nightclub sowie von Labels und Verlagen wie BMG, Domino und Centric.

Wegen des großen Erfolges und dem breiten Interesse an einer weiteren Vertiefung des Knowhows auf diesem topaktuellen Gebiet sind weiterführende Trainingsangebote geplant.

Bilder: (c) Werner Müller

14.10.2017: INDIE LABEL BRUNCH + WORKSHOP IN LINZ

Samstag 14.10.2017 im Rahmen des Vinyl & Music Festivals in der Tabakfabrik Linz

11:00 – 12:00 Indie-Label-Brunch
Vernetzung mit KollegInnen beim Buffet. Free Coffee & Drinks solange der Vorrat reicht! Nur mit Voranmeldung! Dafür übernimmt der VTMÖ auch die Kosten für den Tagespass.

12:00 – 14:00 Workshop „Musik & Moneten“
Mit Musik Geld verdienen im Überblick
Vortragender: Christoph „Pepe“ Auer (Session Work Records)
Warum Pepe? 10 Jahre erfolgreiche Praxis mit eigenem Indie-Label

Voranmeldung bis bis Mittwoch 11.10. per Email an [email protected]! Bitte auch um Angabe „nur Brunch“, „nur Workshop“ oder „volles Programm“. Die Anzahl der Teilnehmenden ist limitiert, die Reihenfolge der Anmeldungen zählt.

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Bis auf Weiteres keine Förderungen aus SKE-Fonds

Die Speichermedienabgabe ist in Österreich seit 1.10.2015 gesetzlich verankert, doch Amazon will diese Abgabe offenbar nicht bezahlen. Hier die offizielle Mitteilung der austro mechana:

Aktuell sind die Beiratssitzungen der SKE verschoben. Diese Terminverschiebungen haben mit dem
Gerichtsverfahren austro mechana gegen Amazon zu tun. Zum Verständnis muss vorab klar sein, alle SKE-Einrichtungen – bei der austro mechana, der LSG Produzenten und LSG Interpreten, der Literar Mechana, der
VDFS (für die Filmschaffenden), der Bildrecht (für die bildenden KüntlerInnen) etc. – existieren nur und
finanzieren sich ausschließlich durch die Vergütung für privates Kopieren (= Speichermedienvergütung, früher
seit 1981 Leerkassettenvergütung). Die austro mechana muss diese Vergütung zentral einheben, dann anteilig
an die anderen Vertretungen weiterreichen, es sind also alle Kunstsparten betroffen. Die Situation stellt sich
wie folgt dar:
1 – Um die Rechte aller KünstlerInnen auf Vergütung für privates Kopieren in Österreich durchzusetzen, musste
die austro mechana die Firma Amazon klagen, die diese Ansprüche für Österreich nicht akzeptieren will. Diese
Klage war für fast alle europäischen Länder von großer Relevanz, zumal sie bis vor den EuGh gegangen ist und
somit in Folge wohl alle europäischen Systeme für privates Kopieren betreffen hätte können. Der EuGh hat
aber 2013 die Ansprüche der Kunstschaffenden (in diesem Fall geltend gemacht durch die austro mechana für
Österreich) ganz klar bestätigt. Allerdings hat er auf das Diskriminierungsverbot innerhalb der EU hingewiesen.
2 – Diesen Hinweis hat Amazon aufgegriffen und attackiert nun über diesen Weg die Rechtmäßigkeit und den
Anspruch von Kunstschaffenden auf Vergütung für die Privatkopie. Amazon meint, bisher seien europäische
Systeme – wie auch jenes der SKE – von Gesetzes wegen darauf ausgerichtet, die ‘Mitglieder’ der jeweiligen
Gesellschaft zu unterstützen, hier also etwa jene der austro mechana (bzw. der LSG Produzenten und LSG
Interpreten, der Literar Mechana, der Bildrecht, dem Dachverband der Filmschaffenden etc.). Diese
Kulturförderung im allerweitesten Sinne auch regionaler oder ‘heimischer’ KünstlerInnen (obwohl nie an eine
Staatsbürgerschaft gebunden und mit einer Vergütung, die ihnen grundsätzlich jedenfalls gebührt!) könnte
diskriminierend sein, klagt Amazon. Zwei österreichische Gerichte haben dem – unerwartet – Recht gegeben.
3 – Die endgültige Klärung in Österreich erfolgt nun durch den OGH. Wann dies geschieht, liegt an ihm und ist
nicht genauer bekannt. Wir erhoffen eine Entscheidung zumindest bis zum Herbst 2016. Bis dahin bleibt streng
genommen unklar, ob die Vergütung nun den Kunstschaffenden und AntragstellerInnen gebührt oder nicht.
Wir sind überzeugt, dass dem so ist, mussten aber dennoch aktuell zumindest mit einer Verschiebung weiterer
Förderentscheidungen reagieren. Inzwischen wird versucht mittels Gutachten zu klären, wie wir mittelfristig
‘rechtens’ weiter verfahren können.
Wie weiter vorzugehen ist, liegt also bei weitem nicht mehr im Ermessen der SKE allein. Es betrifft die
austro mechana als Ganze, darüber hinaus aber auch alle anderen Verwertungsgesellschaften, die
Speichermedienvergütung erhalten. Im Ergebnis müssen wir aktuell noch um Geduld ersuchen, im Zweifel
sogar bis zu einer Entscheidung des OGH.
Anträge können weiter gestellt werden, sie werden wie schon bisher für die nächste wieder mögliche
Beiratssitzung gereiht (www.ske-fonds.at/antrag). Es steht Ihnen frei, inzwischen das Logo SKE zu verwenden
oder nicht (www.ske-fonds.at/logo). Die Entscheidung des Beirats wird das nicht beeinflussen. Wir informieren
Sie, sobald diese Entscheidung möglich ist.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Lidauer